Saboteur

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Quelle: Archiv der Wochenzeitung  „Tygodnik Świdnicki”

Auf den Trümmern des Turms und der Mietshäuser sind die Mitarbeiter des Kreisgemeindeverbands der Genossenschaften, „Samopomoc Chłopska” (Bäuerliches Selbsthilfeverband), zu sehen, die die zerstörten Lagerhallen der Läden bewachten. Kazimierz Lachowicz steht in der obersten Reihe (erster vone rechts).

Kazimierz Lachowicz kam im Jahre 1947 nach Świdnica. Er arbeitete viele Jahre im Kreisgemeindeverband der Genossenschaften, „Samopomoc Chłopska” (Bäuerlicher Selbsthilfeverband). Im Jahre 1967, als der Rathausturm zusammenbrach, war er Leiter der Handelsabteilung des PZGS (dem Bäuerlichen Selbsthilfeverband). Die Läden des Verbandes nahmen mit verschiedenen Warensortimenten zusammen fast den gesamten süd-östlichen Teil des Mittelmarktgebäudekomplexes ein. Im Inneren des Komplexes, hinter den zerstörten Mietshäusern der „Inneren Straße“, befanden sich die Lagerhallen dieser Läden.

"Der Abbruch von den Mietshäusern in der „Inneren Straße“ war meiner Meinung nach unnötig. Sie waren in einem einwandfreien technischen Zustand und in Wirklichkeit fehlte nur ein verlässlicher Verwalter. Ich erinnere mich, dass ein paar Familien in ihnen wohnten, die später irgendwo umgesiedelt wurden. Wegen der Nähe zu unseren Lagerhallen sprach ich viele Male mit dem Ingenieur, der die Abbrucharbeiten leitete, darüber, dass ihre Maßnahmen eine große Einsturzgefahr mit sich bringen. Angeblich floh er nach dem Einsturz und wurde in Wrocław gefunden, aber ich weiß nicht genau, ob das wahr ist. Damals wurde so darüber gesprochen. Ich stritt mit ihm, weil er mich Saboteur nannte. Wie auch immer, wegen meiner Proteste wurde ich zum Gespräch in das Komiteegebäude der kommunistischen Polnischen Vereinten Arbeiter Partei und der Handelsabteilung der Stadtverwaltung geordert.

„Schließlich sagte mein Chef das ich mit dem Streit zur Ruhe kommen soll. Eigentlich bin ich  knapp dem Tod entgangen, weil der Turm auf unsere Lagerhallen stürzte und auch die Räumlichkeiten traf, wo ich kurz davor zu Mittag gegessen hatte. Ich war aber in die Stadt gegangen, um eine Angelegenheit zu regeln und einen Moment später stellte sich heraus, dass der Turm zusammenbrach. Die Trümmer fuhr man etwa eineinhalb Monate weg. Es geschah sehr schnell, obwohl es damit ein paar Probleme gab. Die späteren Behauptungen, dass die Katastrophe keine materiellen Schäden mit sich brachte, ausgenommen den zerstörten Turm selbst, war falsch. Der Turm zerstörte die Lagerhallen der PZGS-Läden, u.a. den mit Haushaltswaren. Die Turmuhr landete in einem der Läden. Ich erinnere mich, dass die Waschmaschinen und Kühlschränke, die in unserem Lager standen, völlig zerstört wurden. In der PZGS selbst wurde eine Komission gegründet, um die Höhe der Verluste einzuschätzen. Ob das Unternehmen später eine Entschädigung für sein zerstörtes Eigentum erhielt, weiß ich nicht. Wir mussten während der Entfernung des Bauschutts unsere Lager bewachen, damit keine Gegenstände gestohlen wurden. Ich bin wütend, wenn ich manchmal sogar Aussagen höre, dass der Turm wegen seines Alters zusammengebrochen ist. Weit gefehlt! Menschliches Versagen führte zur Katastrophe. Man hätte es vermieden können. "

Quelle: Memorien von Kazimierz Lachowicz, Archiv der Wochenzeitung "Tygodnik Świdnicki."

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