Tick-tack, tick-tack

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Quelle: Museum der alten Kaufmannschaft.

Minutenzeiger der Uhr, nach dem Einsturz des Turms im Jahre 1967 aufbewahrt im Museum der alten Kaufmannschaft.

Integrales  und sehr wichtiges Element des Rathausturmes für die Gemeinschaft der Stadt war  die Turmuhr.

Für die Bedeutung von Świdnica, den Wohlstand der Einwohner und ihre Aspirationen soll die Tatsache zeugen, dass die Information über die erste Uhr in Niederschlesien, die auf einem Turm in Wrocław (Breslau) montiert wurde, aus dem Jahre 1367 stammt, und die Uhr in Świdnica sicherlich schon vor dem Jahr 1393 installiert wurde. Die chronikalischen Vermerke von diesem Jahr, die den Brand des Rathausturms betreffen, sagen darüber aus, dass die Uhr "die niemand in dem ganzen Land hatte" auch verbrannt ist. Ihr Schöpfer war Meister Swelbel, der unter anderem die schon erwähnte breslauer Uhr gebaut hatte. Die neue Uhr wurde erst im Jahre 1450 auf dem Turm angebracht, aber auch sie überlebte den Brand von 1528 nicht. Eine weitere Uhr wurde im Jahre 1555 montiert. Wir wissen von ihr, dass sie ein 24-Stunden-Zifferblatt und einen Zeiger hatte, der jeden Tag ab 18.00 Uhr 24 Stunden maß. Wenn wir einigen ikonographischen Darstellungen des Turms unkritisch glauben dürfen, befanden sich die ersten Uhren nicht in dem Oktogon sondern etwas unterhalb des quadratischen Teil des Turmes. Im Jahr 1593 wurden das Ziffernblatt und das Uhrwerk in einere bequemere 12-Stunden-Uhr umgewandelt. Heinrich Schubert schreibt in seinem Werk, das Świdnica gewidmet war, dass die Uhr am 14. Oktober 1593 zum ersten Mal "statt 19 Uhr, ein Uhr nachmittags" schlug. Die damals entstandenen rechteckigen hölzernen Zifferblätter mit arabischen Ziffern und stilisiertem Sonnenblatt überlebten bis zu dem Zusammenbruch des Turms im Jahre 1967. Bis heute sind im Museum für die alte Kaufmannschaft nur wenige Elemente der Rathausuhr erhalten worden. Es sind zwei eiserne Minutenzeiger mit einer  Länge von 130 cm und mit goldköpfigen Spitzen und ein Stundenzeiger, der etwa 120 cm lang ist, zusammen mit  Fragmenten des Mechanismus erhalten. Alle Zeiger haben Stahlarme, die ursprünglich mit spiralen Spitzen aus vergoldetem Kupferblech abgeschlossen waren. Die hinteren Enden der Zeiger waren mit vergoldeten anthropomorphen Halbmonden aus Kupferblech verziert. Sie sind perfekt auf dem Zwei-Minutenzeiger erhalten, der Stundenzeiger wiederum hat in der Form eines Stahlarms überlebt, auf dem sich kleine Fragmente von vergoldeten Spitzendstücken sind.

Es gibt zudem noch Teile von den Sonnenstrahlen, die ursprünglich eine Länge von etwa 33 cm hatten und die Überreste von ein paar Ziffern.

Auf Grundlage der erhaltenen Fragmenten des Ziffernblattes, Fotografien des Turms und einem Verzeichnis der Zeichnungen aus dem Jahr 1955 und des Projektes des Wiederaufbaus  aus dem Jahr 1988, hat man sich für die Rekonstruktion der Rathausuhr entschieden. Das Hauptelement - ein quadratisches Feld - hatte die Seitenlänge von 2,5 m. Die Spitze mit der Palmette besaß eine Höhe von etwa 60 cm, die Profilleiste war etwa 20 cm breit. Die kleineren Räder hatten einen Durchmesser von 135 cm, die größeren maßen 222 cm im Durchmesser.

Quelle: Henrich Schubert, "Skizzen aus der Geschichte der Stadt Schweidnitz" Dobiesław Karst, "Der Glockenturm des Rathauses" (Zegar wieży ratuszowej) - Vortrag für die  Konferenz um den 45.  Jahrestag des Zusammenbruchs des Rathausturms.

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 „Właściciel tej pocztówki zdobył wieżę ratuszową w Świdnicy o wysokości 58 m…”

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