Der Turm heute

Der Rathausturm ist als ein 10-stöckiger Turm entworfen,  mit einem Helm und Igelturm gekrönt. Das Objekt wurde als nicht unterkellert konzipiert, ebenerdig platziert, unter Berücksichtigung des erhaltenen gotischen Bogens des alten Turms.
Die Architekten des Projektbüros Walas GmbH (Sp. z o.o.) verließen sich beim Entwurf des Turmes auf eine bauarchitektonische Bestandsaufnahme aus dem Jahr 1955, deren Leiter Herr Edmund Małachowicz war. Diese Bestandsaufnahme spiegelt originalgetreu das Aussehen des Turms vor dem Einsturz ab. Das Projekt für den neuen Turm wurde durch mehrere wichtige Aspekte bedingt, die in gewissem Sinne eine teilweise Änderung der Proportionen oder der Größe gegenüber der Bestandsaufnahme von Małachowicz aus den 50er Jahren notwendig machten. Das erste dieser Elemente war die Verwendung von modernen Materialien und Bautechniken. Der Bau des Turmes basierend auf dünnen Wänden und Decken aus Stahlbeton, erlaubte eine deutliche Erhöhung der nutzbaren Raumfläche im Inneren des Turms oder auch die Montage eines Aufzuges für Touristen.

Der neue Turm beruht auf einem regelmäßigen Quadrat von 8,5 x 8,5 Meter Grundfläche. Die Proportionen der Fassade, ihre Aufteilung, Gesimse, Fensteröffnungen, Geländer und die Form des Turmhelms bilden die Form des Turms entsprechend der Bestandsaufnahme von Małachowicz aus dem Jahre 1955 wieder. Steinwerkelemente der Fassade wurden auf Grundlage dieser Bestandsaufnahme, fotografischen Dokumentationen und Überresten von Steinwerkelementen aus dem Lapidarium des Museums der alten Kaufmannschaft in Świdnica sowie Steindekorationen ähnlicher Form und ähnlichen Alters des Rathausturms in Jawor (Jauer) entworfen.

Die Höhe der Rathausturms beträgt nun genau 57,63 m. Die Überreste des alten Turms, inklusive seines gotischen Bogens, befinden sich im Erdgeschoss unter einer Estrichschicht in Höhe von 4,79m. Die weiteren Stockwerke betretend befinden wir uns auf folgenden Höhen:

Zweites Geschoss - 8,77 m;
Drittes Geschoss - 12,75 m;
Viertes Geschoss - 16,73 m;
Fünftes  Geschoss - 20,71 m;

Sechstes Geschoss - 24,69 m.

Auf einer Höhe von 24,55 m ist der quadratische Schaft des Turms zu Ende und es beginnt ein unregelmäßiges Oktogon mit einer  Höhe von 13,16 m sowie vier Seiten mit einer Breite von 2,99 m, zwei Seiten mit einer Breite von 3,96 m und zwei weiteren Seiten mit 3,75 m Breite.

Siebtes Geschoss  - 28,67 m;

Achtes Geschoss - 32,65 m (Höhe der gotischen Fenster und Zifferblättern der Uhr, deren Mittelachse sich in einer Höhe von 34 m befindet). Auf dieser Höhe wurden das Ziffernblatt der Uhr, sowie die  Flächen der Nischen verglast, mit dem Ziel, eine Aussichtsebene auf diesem Geschoss zu ermöglichen. Die Abmessung der verglasten Fläche beträgt 2,5m mal 2,5 m. Auf der Ebene der Terrasse mit den verglasten  Zifferblättern können sich bis zu 40 Personen aufhalten. Diese werden in einem Aufzug, der bis zu 13 Personen tragen kann, hochgebracht.

Neuntes Geschoss - 38,01 m; Ebene der Aussichtsterrasse (37,97 m).

Die Decke über dem Oktogon und dem Helm des Turms (10. Geschoss) befindet sich in einer Höhe von 41,36 m. Der Helm mit einer Höhe von 16,27 m besteht aus einer Stahlkonstruktion, ist mit Holz verkleidet und mit einer Kupferplatte von 0,6 mm Dicke bedeckt. Auf der Spitze des Helms sind eine kupferne Kugel, sowie eine kleine Fahne mit der Aufschrift "Świdnica 2012" und ein Stern angebracht. Die Elemente und die Feinheiten des Helms (Balustraden, Kronenverzierungen) sind ebenfalls aus patiniertem Kupferblech angefertigt, ähnlich wie alle äußeren Fensterbänke, Traufen, Gesimse und andere Blechformteile.

Die Wände des Turms sind als Stahlbeton von 20 cm Dicke und von außen mit 15cm dicker Mineralwolle isoliert und verputzt (Mineralputz, in der Masse gefärbt, Farbe: Sandgelb). Aufgrund der Konstruktion der Stahlbeton-Wände und Decken hat man sich nicht für das erneute Anbringen einiger Stücke der alten Steinwerkelemente  des Turms  entschieden, sie werden zusammen mit anderen Erinnerungsstücken des eingestürzten Gebäudes in den Ausstellungsräumen des neuen Objektes ausgestellt.

Die Fragmente der Fassadenecken, Wasserspeier, Filialen, Gesimse und Brüstungen sind aus Sandstein angefertigt. Hieraus (auf einer Stahlbetonkonstruktion) ist ebenfalls die Steinbalustrade der Aussichtsterrasse gefertigt. Der Turm ist mit einer Klimaanlage, einer Lüftung und Brandschutzsystemen ausgestattet. Das Gebäude ist auf einer Fundamentplatte gebaut, die wiederum auf Fundamentpfählen ruht.

Die vertikale Bewegung im Turm ermöglicht ein Personenfahrstuhl, der sich in einem Glasschacht mit Innenabmessungen von 165x267, zwischen dem zweiten und siebten Geschoss (Ebene des transparenten Ziffernblattes der Uhr), bewegt. Die Bewegung auf die Ebene der Aussichtsterrasse bietet ein Treppenhaus. Im ganzen Turm sind es insgesamt, vom zweiten bis zum neunten Geschoss, 169.

Der Turm ist nachts, dank eines Beleuchtungssystems, das in Zusammenarbeit mit Philips Lighting Poland angebracht wurde, sehr gut sichtbar. Neben der traditionellen Beleuchtung wurde auch ein modernes System von Projektoren auf der Aussichtsterrasse angebracht, womit man während städtischer Veranstaltungen oder anderen Ereignissen Bilder präsentieren kann.

Eine wichtige Determinante bei der Gestaltung des Turms war die Notwendigkeit, den  gotischen Bogen zu erhalten, was den Eingang zum Turm behinderte. Um dieses Problem zu lösen, war es notwendig, einen Eingangspavillon zu entwerfen. Er bildet eine dreigeschossige Eingangszone zum Rathausturm. Die Notwendigkeit einer solchen Zone resultierte aus der Tatsache, dass man weder eine Treppe noch einen Aufzug bis auf die Erdbodenebene des Turmes führen konnte, weil die gesamte Fläche durch den erhaltenen gotischen Bogen besetzt ist. Das Eingangsgebäude ist anstelle der 1966 abgerissenen Mietshäuser entlang der Wewnętrzna-Straße lokalisiert. Der Eingangspavillon wurde als dreigeschossiges unterkellertes Gebäude, abgedeckt mit einem Satteldach, mit einer Neigung in Einklang zu den Winkeln der Dächer der benachbarten Gebäude -  Stadttheater und Museum der alten Kaufmannschaft - konzipiert. Die Konstruktion der tragenden Wände des Gebäudes besteht, ähnlich wie beim Turm, aus Stahlbeton.

Die Gebäudehöhe beträgt 14,80 m und erreicht den dritten Stock des Rathausturms. Es ist jedoch nicht von außerhalb des Mittelmarktgebäudekomplexes sichtbar. Das Gebäude hat in der Basis eine rechteckige Form mit Abmessungen von 10,40 m mal 8,50 m.

In der Eingangshalle im Erdgeschoss hat man eine Touristeninformation platziert, mit Plätzen für Touristen die auf die Besichtigung des Turms warten. Auf den nächsten zwei Etagen, die das Gebäude des Eingangspavillons mit dem Turm und den Gebäuden des Museums für die alte Kaufmannschaft und dem Stadttheater verbinden, hat man die Ausstellungsflächen konzipiert. Im Pavillon befinden sich Räumlichkeiten für öffentliche Toiletten, überdachte Boxen für Müllcontainer für Unternehmen, die in der Nähe des Turms ihren Sitz haben, eine Empfangshalle, Ausstellungsräume für historische Ausstellungen und etwa 150 m freier Raum im zweiten Stock, in dem man in Zukunft ein Café oder Restaurant einrichten könnte. Technische Räume gibt auch im Untergeschoss des Verbindungsstückes zwischen Turm und Museumsgebäude.

Die vertikale Bewegung im Eingangsgebäude geschieht über eine Treppe und einen Aufzug , der von der Ebene des Untergeschosses alle Geschosse der Gebäude verbindet und die Nutzer auf die zweite Etage des Turms bringt. Die Fassade des Eingangspavillons wurde aus Steinplatten aus Natursandstein, der Farbe des Rathausturms entsprechend, konzipiert. Die Vorder- und Seitenansicht des Eingangsgebäudes ist weitgehend aus Glas.

Alle Nutzebenen des Eingangsgebäudes und des Turms (bis auf die Ebene des Ziffernblattes, 8. Stockwerk) sind für behinderte Menschen zugänglich.

Der Wiederaufbau des Rathausturms umfasste auch die Gestaltung des Innenhofs des Innenmarktgebäudekomplexes, zusammen mit der notwendigen Infrastruktur hierfür.

Man hat einen Arkaden-Durchgang unter dem Gebäude des Stadttheaters im südlichen Teil des Marktes eröffnet. Der Belag des Innenhofs mit einer Fläche von 450 m² und des sogenannten Lapidariums mit einer Fläche von 152 m² ist aus Naturstein, mit der sichtbaren Aufteilung der Funktionsbereiche und historischen Orte , z.B. alten Tuchhallen.

Quelle: Andrzej Dobkiewicz „Odbudowa wieży ratuszowej”, „Rocznik świdnicki 2011”
( „Wiederaufbau des Rathausturms“, „Jahrbuch von Świdnica 2011“).

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